Immenhausen und Reinhardshagen - Clousun - Die schönsten Reiseziele Deutschlands und der Welt

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Immenhausen und Reinhardshagen

Deutschland > Regionen > Reinhardswald
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Das Rathaus
    
Die Kleinstadt Immenhausen liegt am Südwestrand des Reinhardswaldes und nur etwa 14 Kilometer nördlich von Kassel. Die Geschichte der Stadt reicht weit zurück. Erste Besiedlungen auf dem heutigen Stadtgebiet schon während der Steinzeit konnten nachgewiesen werden. Erste urkundliche Erwähnung als Stadt Ymmenhusen erfolgte im Jahre 1298, als Stadtgründer gilt der erste hessische Landgraf Heinrich I. Aus dieser Zeit stammt auch die etwa 3 Kilometer lange Stadtmauer mit dem Eulenturm sowie dem Hufeisenturm, die den historischen Stadtkern umschließt. Überregional bekannt wurde die Stadt durch den Fund einer originalen Gutenberg-Bibel, die im Jahre 1958 auf dem Speicher des Pfarrhauses gefunden wurde – eine der 180 Exemplare die von Johannes Gutenberg, dem Erfinder des Buchdrucks, zwischen 1452 und 1454 in Mainz hergestellt wurden. Das Exemplar aus Immenhausen ist in der Murhardschen Bibliothek in Kassel zu sehen. Wer Immenhausen kennen lernen möchte kann an einer der Erlebnis-Stadtführungen teilnehmen. Begeben Sie sich mit dem Burgmann Johann von Uffeln auf eine Zeitreise in das 14. Jahrhundert und erhalten Sie auf einem Rundgang durch die Stadt einen Einblick in das städtische Leben Immenhausens im Mittelalter. Oder lernen Sie die Stadt auf einem Stadtspaziergang entlang der 3 Kilometer langen Mauer kennen und begeben Sie sich zu historischen Bauwerken und idyllischen Orten. Im Jahre 2004 eröffnete die Stadt die Erlebnisstation Hufeisenturm, eine Begehung des rund 700 Jahre alten Bauwerkes ist möglich. Im Keller ist ein mittelalterliches Verlies nachgestellt, Tafeln informieren über historische Gebäude, die Stadtsanierung und die Stadtgeschichte von Immenhausen. Auf dem Marktplatz steht das Historische Rathaus der Stadt, welches 1354 erstmals erwähnt und nach Zerstörung als barocker Fachwerkbau im 17. Jahrhundert wieder aufgebaut wurde. Nicht weit vom Rathaus entfernt steht die Evangelische Stadtkirche St. Georg, eine spätgotische dreischiffige Hallenkirche, die nach Zerstörung gegen Ende des 14. Jahrhunderts im Jahre 1409 wieder errichtet wurde. Kunstvolle Malereien aus dem 15. Jahrhundert an den Wänden des Kirchenschiffs und dem Chor der Kirche erzählen aus der Leidensgeschichte Christi. Vor der Kirche steht ein Bronze-Denkmal des Reformators Bartholomäus Riesberg, der Schüler von Martin Luther war und als einer der ersten dessen Lehren in Immenhausen predigte. 1524 wurde Riesberg deshalb verhaftet und in den Jungfernturm in Grebenstein eingesperrt, von dort gelang ihm allerdings die Flucht nach Wittenberg. Das Glasmuseum der Stadt „beschäftigt sich mit der nordhessisch-südniedersächsischen Glastradition in Mittelalter und frühen Neuzeit“. Außerdem erhalten Besucher einen Einblick in 6000 Jahre Glasherstellung von den Anfängen im Nahen Osten bis zu den Waldglashütten des 16. Jahrhunderts im nordhessisch-südniedersächsischen Raum.
Die Gierseilfähre Veckerhausen verbindet Hessen und Niedersachsen

Am östlichen Rand des Reinhardswaldes liegt die Gemeinde Reinhardshagen an der Weser nur etwa zehn Kilometer nördlich von Hann. Münden. Entstanden ist die Gemeinde durch den Zusammenschluss der Orte Vaake und Veckerhagen. Erste Erwähnung fand der Ortsteil Vaake schon im 9. Jahrhundert, die Geschichte des Ortsteiles Veckerhagen geht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Heute hat der anerkannte Erholungsort rund 4.500 Einwohner und ist eines der Tore in den Reinhardswald, führt doch eine der wenigen Straßen von hier aus in den Wald. Auch das Weserbergland ist in Kürze erreichbar liegt doch die zum Weserbergland gehörende Gemeinde Oberweser nur gut 20 Kilometer südlich von Reinhardshagen. In beiden Ortsteilen sind schöne Fachwerkhäuser mit Sprüchen an den Holzbalken, meist aus dem 17. Jahrhundert, vorzufinden. Ältestes Gebäude ist die evangelische Kirche in Vaake, ein spätromanischer Bau aus dem 13. Jahrhundert mit Wandmalereien im mittelrheinischem Stil, die um das Jahr 1400 entstanden sind. Besonders schön sind die in diemelsächsischer Bauweise errichteten Häuser mit ihrer zur Weser blickenden Vorderfront im Ortsteil Vaake. Eine Attraktion ist sicherlich die Gierseilfähre an der Weser, die das hessische Veckerhagen mit dem niedersächsichen Hemeln, einem Ortsteil von Hann. Münden, verbindet. Nutzen Sie die Fähre und besuchen Sie im Sommer einen Biergarten in Niedersachsen und kehren Sie nach Ihrer Rückkehr in einen hessischen Biergarten ein. Wo ist ist das sonst noch möglich? Unweit der Gierseilfähre über die Weser steht die Statue der Brama, eine der „drei sagenhaften Töchter des mächtigen Reinhardswaldriesen Kruko“. Einer Sage nach erbauten die drei Schwestern jeweils eine Burg, Saba die Sababurg, Trendula die Trendelburg und Brama die Bramburg im Bramwald, der auf der niedersächsichen Seite der Weser hinter Hemeln beginnt. Die Statue soll an jene Brama erinnern, die aufgrund ihres christlichen Glaubens schwer unter ihrer Schwester Trendula litt und vom vielen Weinen erblindete. Am Wilhelmsplatz in Veckerhagen befindet sich der Brunnen des Lebens, welcher die Lebenszyklen des Menschen von der Entstehung in der Eizelle bis zum Tod darstellen soll. Ebenfalls in Veckerhagen befindet sich das Industriedenkmal einer Eisenhütte, in der im Jahre 1699 der erste Dampfkessel der Welt gegossen wurde. Das sich im Privatbesitz befindliche Jagdschloss Veckerhagen, vom hessischen Landgrafen Karl im italienischen Barock erbaut, liegt direkt an der Weser und kann leider nicht besichtigt werden. Es wurde u.a. auch von Jérôme Bonaparte, dem jüngsten Bruder von Napoléon Bonaparte, von 1807 bis 1813 genutzt als dieser König des Königreiches Westphalen war. Er verkaufte das Jagdschloss an die Familie Habich, die noch heute Besitzer ist, weshalb es auch als Habich´s Schloss bekannt ist.
Die evangelische Stadtkirche St. Georg
Der Hufeisen- und  der Eulenturm ragen aus der Stadtmauer empor
Die Statue der Brama am Weserufer in Veckerhagen
Brama ist eine von drei Töchtern des mächtigen Reinhardswaldriesen Kruko
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